Ganes, 21.3.2015 Oberhaching

Ganes sind ja ganz schwer einzuordnen. Die Musik bewegt sich irgendwo zwischen Enya, Sadé, Bjork und Andrew Sisters – und all das trifft es wiederum überhaupt nicht. Die haben einen ganz eigenen Stil entwickelt – und wer kann das heute schon noch von sich behaupten.

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Ganes, das sind die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling. Sie stammen allesamt aus La Val in den Südtiroler Dolomiten und singen auf Lardinisch (der Südtiroler Landessprache). Stilprägend für ihre Musik sind die leisen, ins Mikro gehauchten Töne und ein wunderbarer mehrstimmiger Gesang. Alle drei übernehmen mal die Lead Vocal und treten dann wieder in den Hintergrund.

In Oberhaching traten Ganes auch diesmal wieder in der gleichen Konstellation wie vor zwei Jahren auf (wer zurückblättert, findet hier irgendwo meinen Konzertbericht), begleitet lediglich durch einen Keyboarder und ein paar eingespielten Loops vom Laptop. Die drei sind ja Multitaltente, so eine Art lardinische weibliche Version der Well Buam, und spielen entsprechend diverse Instrumente.

Mich hat es riesig gefreut, dass sie wieder in den kleinen Bürgersaal zurückgekehrt sind, obwohl sie doch am 18. Mai schon im großen Prinzregententheater auftreten. Anlass der Tour ist das neue Album Caprize, das im Gegensatz zum vorangegangenen Paores&Neores keine englischen Songs mehr enthält, sondern komplett auf Lardinisch eingespielt wurde. Ein sehr schönes, poetisches Album, ideal für jede Chill Out Lounge.

Zum Auftritt selbst: Es war wieder mal ein sehr schönes Konzert, allerdings getrübt durch 3 Wermutstropfen:

  1. Bereits nach einer Stunde kam die erste Verabschiedung und die Zugaben begannen, insgesamt dauerte die Show gerade einmal so an die 1:20 h
  2. Ihre beiden größten Hits „For Eva“ und „LaLaLa“ – beide auf englisch – haben sie nicht gespielt. Nun kann es ja sein, dass die Stones irgendwann mehr keine Lust auf Satisfaction haben, aber Ganes können sich das m.E. noch nicht erlauben
  3. Das geriatrische Oberhachinger Publikum… Aber das war ja mit Ansagen.

Als Special Guest hatten sie Mari Mana aus Berlin dabei. Tolle Stimme, aber irgendjemand muss der begabten Sängerin mal sagen, dass sie zu hoch singt. In den tieferen Lagen kam Gänsehaut auf, die Hochtöne waren sehr sehr dünn.

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